Das iPhone als Schreibgerät

Vor einiger Zeit habe ich auf der Plattform "Medium" einen Artikel über das Schreiben gelesen. Im Artikel wurde erörtert, warum man zum Schreiben nicht einfach sein Smartphone nutzt. Die Idee fand ich spannend, hier ist meine Meinung und meine Erkenntnis dazu.

Wie ich bereits schon einmal in einem Beitrag geschrieben habe, nutze ich für meine private Arbeit, soweit es geht, das iPad Pro. Einige Arbeiten kann ich nach wie vor nur an einem Rechner machen, aber ein Groß habe ich bereits auf mein iPad übertragen. Da ich ebenfalls der Besitzer eines iPhones bin, habe ich mir gedacht, mache ich doch einmal den Selbstversuch und schreiben, so wie es in dem Artikel steht, einen Entwurf für einen Blogbeitrag auf meinem Smartphone.

Als App verwende ich, sowohl auf dem iPad, wie auch auf dem iPhone, den iA Writer. Die Daten synchronisiere ich über die Cloud, so dass ich problemlos zwischen den Geräte hin und her springen kann und meine Texte trotzdem immer synchron sind. So kann ich immer schnell einen Gedanken oder einen Textteil in einem Text aufschreiben oder ergänzen. Das habe ich schon immer gemacht. Was für mich allerdings neu ist, dass ich einen kompletten Entwurf eines Textes nur auf dem iPhone schreibe.

Warum ich das noch nicht früher gemacht habe, weiß ich nicht. Aber irgendwie war für mich immer das Schreiben an der Tastatur auf einem großen Bildschirm angenehmer und vor allem logischer, als das rumgetippel auf einem kleinen Bildschirm am iPhone. Nichts desto trotz habe ich mir nach der WWDC mein iPhone geschnappt und ich habe den Beitrag dazu in mehreren Schritten am iPhone getippt. Hier nun meine Erfahrungen und meine Meinung zu dem Ganzen.

Als erstes einmal war es eine Erfahrung, welcher ich durchaus positive Dinge abgewinnen konnte, so z.B. das ich noch mehr ortsunabhängig Schreiben kann, als ich es mit mit meinem iPad kann. Der zweite Aspekt ist, dass man durchaus auch in einer sehr kurzen Zeitspanne schnell einmal zum Smartphone greift und etwas tippt, im Vergleich zum iPad, welches ich vielleicht bei manch einer Gelegenheit nicht heraus geholt hätte.
Diese beiden Punkte haben mich einen Artikel in einer relativ kurzen Zeit verfassen lassen, da ich in relativ kurzen Abständen meinen Text abgefasst hatte. Ich habe mich bei dieser Gelegenheit auch irgendwie an die Serie House of Cards erinnert, wo die Reporterin ihre Texte aus dem Tagesgeschäft direkt ins iPhone klöppelt. Aber das nur am Rande.

Soweit also mit den positiven Aspekten, die mir bei dem Versuch erst einmal in Erinnerung geblieben sind. Gehen wir zu einer Erkenntnis die ich als neutral oder besser gesagt als Situationsabhängig einstufen würde. Das Schreiben.
Es ist schlicht und einfach so, dass ich auf einer normalen Tastatur schneller schreiben, und so nutze ich am iPad, wenn ich denn einen Text schreibe, auch fast immer eine externe Tastatur. Das habe ich am iPhone nicht gemacht und ich werde es auch aus zwei Gründen nicht machen:

  1. Sobald ich eine Tastatur mit mir rumtragen muss ist meiner Meinung nach der Vorteil des schnell mal was aufschreibens dahin.
  2. Wenn ich vernünftig auf einer Tastatur schreiben will, brauche ich einen vernünftigen Untergrund, eine halbwegs gute Haltung und einen guten Blick auf das Smartphone bzw. auf den Bildschirm, was zur Konsequenz hätte, dass ich neben der Tastatur auch noch einen Stand dabei haben müsste. Bei einem solchen Setup würde ich dann allerdings wieder auf das iPad Setup zurückgreifen.

Schreibe ich allerdings schnell einmal einige Zeilen oder auch mal eine kurze Passage eines Textes, kann ich dem Smartphone doch inzwischen einiges abgewinnen. Zudem habe och festgestellt, dass es wie bei so vielem ist: je öfters man es macht, desto besser, in diesem Fall, desto schneller wird man.

Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass es auch ein bisschen auf den Text ankommt, welchen man schreibt. Wenn ich einen Text verfasse, bei dem es bereits bei der Eingabe Sinn macht diverse Links zu setzen, oder bei Texten, wo man immer mal wieder etwas nachschauen muss, dann macht es meiner Meinung nach mehr Sinn auf ein anderes Endgerät zu wechseln. Schreibe ich aber Texte, bei denen ich wirklich nur den reinen Text tippe, dann erscheint mir das Smartphone doch eine gute Alternative zum iPad zu sein.

Insgesamt würde ich aus dem gerade geschriebene sagen, dass ich den Versuch als durchaus erfolgreich ansehen würde, und ich mir durchaus vorstellen kann, dass ich diese Arbeitsweise, erst einmal einen Entwurf am iPhone zu verfassen, beibehalten werde, zumindest in den Bereichen wo es mir sinnvoll erscheint. Mir gefällt das schnell mal was Schreiben wenn es gerade passt und auch das sehr flexible arbeiten am Text wenn gerade einmal ein bisschen Zeit ist.
Ich kann es jedem nur empfehlen, es einfach einmal auszuprobieren, mehr als das es nicht in die eigene Arbeitsweise passt, kann ja nicht passieren.

Hier findet ihr noch den Beitrag von Christian Müller auf Medium. Ihr findet in dem Artikel auch noch einige weitere Aspekte und die Arbeitsweise von Christian Müller selber.